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Begabtenförderung Straßenbau Südbayern im AFZ der Bauinnung Nordschwaben

Die neun besten südbayerischen Straßenbauer zeigen, was sie gemeinsam erreichen können Projekt Im Ausbildungszentrum der Bauinnung Nordschwaben in Nördlingen erlebten die Auszubildenden eine besondere Fortbildungswoche

Nördlingen Bobbycars stehen auf den Parkplätzen, gleich hinter dem Gehweg gegenüber der Bushaltebucht. Alles ist etwas kleiner als im Freien, aber exakt und mit Originalmaterialien gebaut, in Halle 4 auf dem Gelände der Bauinnung Nordschwaben in Nördlingen. „Von Montag bis Donnerstag haben die neun jungen Straßenbauer Platten und Steine gelegt“, erklärt Ausbilder Wolfgang Kätzlmeier den Vertretern der Ausbildungsfirmen, Eltern und weiteren Ehrengästen. „Dazu haben sie Flächen betoniert, um noch Straßen, Rad- und Gehwege anzudeuten.“ An den geraden, kreisrund und im Fischgrätenmuster gepflasterten Flächen sahen die Gäste der Abschlussfeier der „Begabtenförderung Straßenbau Südbayern 2019“ gleich, dass die Auszubildenden, trotz der kleinen Flitzer zur Deko, schon lange aus den Kinderschuhen herausgewachsen sind. Teilnehmen durften die Besten der Zwischenprüfung (wann?). Die einzige Frau im Team war Tanja Remmele aus Offingen, die bei Scharpf Tiefbau in Zöschingen lernt. Natürlich hätten sie hart arbeiten müssen in dieser Woche, sagt die 18-Jährige, doch vor allem beeindruckte sie: „Ich habe gesehen, dass wir etwas Großes erreichen können, wenn wir als gutes Team zusammenarbeiten.“ In Blockschulungen werden die südbayerischen Auszubildenden gemeinsam an der Berufsschule Lauingen unterrichtet. Doch erst am Montag hätten sich die neun Teilnehmer richtig kennen gelernt, erzählte Christoph Asenkerschbaumer aus Eggenfelden. Das Fazit des 17-Jährigen am Freitag: „Wir konnten viel voneinander abschauen, uns austauschen. Was einer nicht kann, kann ein anderer.“ Während in der Berufsschule vor allem die eigene Leistung wichtig sei, wurde mit diesem Projekt der Teamgeist gestärkt, merkte auch Timo Skotnitzki aus Metten. Und so wie Max Hanisch aus München, der sich darauf freute, daheim im elterlichen Betrieb zeigen zu können, was er gelernt hat, freuten sich sämtliche Teilnehmer über die lobenden Worte der Ehrengäste.

Per Videobotschaft sagte Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange: „Dass die Verkehrsinfrastruktur bestens ausgebaut ist, ist ein entscheidender Faktor für unsere Wirtschaft und damit für unseren Wohlstand.“ Den jungen Fachleuten erklärte der Schirmherr des Projekts: „Dafür brauchen wir Sie, hochmotiviert, engagiert, mit perfekter Fachkenntnis.“ Bauinnungs-Obermeister Werner Luther erläuterte: „Wir führen die Nachwuchselite zur Praxiswoche zusammen, damit die jungen Leute sehen, wo sie in ihrer Leistungsstärke stehen.“ Ein besonderes Kompliment bekamen sie von Ausbilder Josef Leberle: „Der Ehrgeiz, mit dem ihr Jungs und Mädels vorgegangen seid, verdient allerhöchsten Respekt. Ihr seid mittlerweile auf dem allerbesten Weg.“ Er begleitete Medin Murati und Timo Schön, die bei den EuroSkills 2018 die Bronzemedaille für Deutschland holten und bei den Weltmeisterschaften in Abu Dhabi 2017 Vizeweltmeister wurden. Der 22-Jährige Medin Murati motivierte die jungen Straßenbauer: „Nutzt die Möglichkeiten, die euch geboten werden, hier bei der Bauinnung und in den Ausbildungsbetrieben.“ Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul sah es als Ehre für die Stadt Nördlingen, Standort für die Begabtenförderung sein zu dürfen. Er betonte: „Wir brauchen Ausbildungsbetriebe, die wissen, was es bedeutet, mit jungen Menschen in die Zukunft zu gehen.“

Dr. Michael Kögl, Geschäftsführer der des Landesverbands der Bayerischen Bauinnungen, erklärte, dass die Teilnehmer hier bereits schnuppern konnten, wie ein internationaler Wettbewerb laufen würde. Auch im Handwerk gebe es besondere Leistungen: „Das ist Kunst, das kann nicht jeder.“ (pm)

Die Teilnehmer und ihre Ausbildungsfirmen: Christoph Asenkerschbaumer und Timo Skotnitzki (Max Streicher Gmbh & Co. KG, Deggendorf); Michael Dieterich (Brutscher GmbH & Co. KG, Oberstdorf), Max Hanisch (Bruno Hanisch Straßen- und Pflasterbau GmbH, München), Filip Jensen (Josef Hogger Tiefbau e.K., Kienberg); Felix Opolka (Leonhard Weiss GmbH & Co. KG, Günzburg); Mike Rauschmeier (Pfeiffer Bauges.m.b.H, Rosenheim), Tanja Remmele (Scharpf Tiefbau GmbH & Co. KG, Zöschingen), Moritz Seeliger (Bauunternehmung Stefan Tuscher, Wildenberg).